Meine Woche (15)
26. September 2008 | Von harry | Kategorie: Mein TagebuchSamstag 20.9.2008
Olli meldet sich nicht und ich vertreibe
mir die Zeit.
Schrecklich diese Bankenkrise.
Habe es mir mit einer Tüte Chips vor dem
Fernseher gemütlich gemacht.
Bei mir läuft schon den ganzen Tag der Nachrichten-Kanal.
Bisher ist noch nichts passiert.
Aber ich rechne stündlich damit und das schon ziemlich lange,
wenn ich so darüber nachdenke.
Irgendwann muss doch der erste Banker
in Frankfurt aus einem Fenster springen.
Doch nichts geschieht,…
,….keine Sprungtücher,….keine heulenden Blondinen
mit Schlauchboot-Lippen,….keine Großaufnahme von
Typen, die noch nie im Leben so locker aussahen,
wie in dem Moment bevor sie sprangen, …. nichts!
HABEN DIE KERLE DENN GAR KEINEN STOLZ?????
Sonntag 21.9.2008
Olli ist immer noch nicht aufgetaucht.
Langsam sehe ich schwarz für die 15te Ausgabe.
Köln wurde heute vom Joch der Naziherrschaft befreit.
Mehrere zehntausend Demonstranten jagen ein versprengtes
Häuflein von 5o Rechtsextremen.
Ein Paar wird zusammengeschlagen, weil sie nicht links genug
aussahen, Schaufensterscheiben gingen zu Bruch,
Bushaltestellen wurden zerstört,Passanten angepöbelt
und Brandsätze geworfen.
Unser Bürgermeister erweist sich als reinster Che Guevara
und heizt die Stimmung zusätzlich an.
Eine alte Dame bekommt ganz feuchte Augen vor Rührung und sagt,
das wäre ja wie in den 3oer Jahren.
Wen die damit wohl meinte?
Das Lustigste aber war die Berichterstattung in den Medien.
Eigentlich müsste man den Antifa-Faschisten ein
Helden-Denkmal setzen,
genügend Pflastersteine haben sie ja bereits ausgebuddelt.
Montag 22.9.2008
Das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet
im Auftrag der Bundesregierung mal wieder die Armut klein.
Es geht wieder auf Wahlen zu.
Aber unser Franz Mündelferien ist auch nicht schlecht.
Erfolg der Agenda; Aus 5 Millionen wurden 3,2 Millionen Arbeitslose!
Wow, da bin ich aber platt!
Wie haben die das in den paar Tagen geschafft?
Das statistische Bundesamt hatte doch gerade noch 8 Millionen
Hilfeempfänger vermeldet.
Wartet mal, da muss man ca, 1 Millionen abziehen, die Sozialhilfe.
Bleiben 7 Millionen, davon zwei Millionen Arbeiter die trotz Vollzeitbeschäftigung
nicht über Hartz IV hinweg kommen.
Also, nach meiner Rechnung macht das ziemlich exakt 5 Millionen Arbeitslose
und zusätzlich 2 Millionen Arbeitssklaven.
Aber ich bin ja auch nur ein dummer Hartz IV-Empfänger und
in Mathematik war ich auch schon immer eine Flasche.
Dienstag 23.9.2008
Die Finanzkrise greift immer weiter um sich.
Werde mich wohl von meinem alten Polo trennen müssen.
Ein Jammer, was haben wir nicht alles gemeinsam erlebt,
ich und mein “Pödel”.
Ja, was haben wir denn erlebt?
Eigentlich nichts.
Morgen wird die Karre abgemeldet!
Mittwoch 24.9.2008
“Unsere amerikanischen Freunde statten gerade Pakistan
einen Besuch ab und etliche Einwohner sind
vor Begeisterung über Demokratie und Freiheit tot umgefallen.”
….meine autodidaktische Umschulung zum politisch
korrekten Journalisten macht Fortschritte.
Vielleicht mache ich doch noch mal Karriere in
dem Bereich der Massenmedien.
Obwohl “tot” umgefallen ist haarig.
Vielleicht besser, dauerhaft bewusstlos,oder ständig abwesend,
oder letal liegend, oder befriedet, oder ewig schlafend,…
Der Haken an meinen Übungen ist,
man kann einfach nicht mehr damit aufhören.
Inzwischen ist selbst die Wiedervereinigung
ein ” Kohllateralschaden” für mich!
Am Abend dann endlich wieder zwei gute Botschaften.
Zuerst bietet mir Bernd Schray an, meine Texte
von seiner Werbeagentur einstellen zu lassen.
Das nenne ich ein Angebot.
Es gibt auch nette Werber!
Und dann kommt der Hammer, Olli lebt!
Er musste dringend zu einem Großprojekt,
um etwas Geld zu verdienen.
Er hat mir natürlich eine SMS geschickt, aber die kam leider nie an.
Klar, ist ja auch weit von Thailand bis Köln.
Meine SMS hatte einen besseren Orientierungssinn,
nur konnte Olli leider nicht antworten,
weil ihm dieses schrecklich große Großprojekt die
Sicht versperrt hat.
Klingt doch logisch, oder?
Nicht?
Für uns schon.
Donnerstag 25.9.2008
Habe heute Morgen die Schlacke entdeckt.
Es war um 6.00 Uhr am Morgen im Badezimmer.
Plötzlich sah sie mich an, hässlich und auf gequollen.
Ich habe einen richtigen Schreck bekommen!
“Das ist die Strafe für dein Lästermaul”, dachte ich noch.
Jetzt hilft nur noch eine ausgefeilte Taktik schoss es mir durch den Kopf.
Und siehe da, nachdem ich die Schlacke rasiert und ihr die Zähne
geputzt habe hat sich die Lage merklich entspannt.
Die Schlacke auch.
Freitag 26.9.2008
Endlich geht es wieder weiter, bin ich froh!
Das Tollste an dieser Woche ist aber,
die Texte sind pünktlich fertig!
Euer Harald








