Ja zur Korruption!

8. August 2008 | Von harry | Kategorie: (A)Soziales, Ausland

Immer wieder werden ehrbare Bürger dieses Landes durch
den Vorwurf der Korruption öffentlich an den Pranger gestellt und
auf niederträchtigste Art und Weise in Verruf gebracht.
Muss das sein?
“Hartz aber lustig” sagt nein!
Analysieren wir die Situation doch einmal nüchtern an dem jüngsten Fall.
Da fliegt so ein aufrechter Klassenkämpfer wie Herr Bsirske völlig ahnungslos erster Klasse mit Lufthansa
in den wohlverdienten Südsee-Urlaub.
Gut, dass seine Gewerkschaft zufällig gerade die Lufthansa bestreikt, die diese Flüge für ihn und seine
Frau bezahlt, war etwas unglücklich.
Toskana-Deutsche sagen auch “suboptimal”.
Dass zwei Tickets direkt mal 20.000 Euro kosten, konnte Herr Bsirske auch nicht wissen.
Das lag wiederum am Kerosin-Zuschlag und seine Gattin hatte zudem noch Übergepäck!

Außerdem ist Beluga-Kaviar, Champagner und Kobe-Rindfleisch auch nicht ganz billig.
Aber selbst Marx und Engels sind öfters beim Essen beobachtet worden.
Also bitte ja, wir wollen doch fair bleiben.
So, nun sitzt der arme Kerl da im Schatten der sich sanft wiegenden Kokospalmen
am Frühstückstisch und schlägt völlig ahnungslos die frisch eingeflogene
Ausgabe der “Bild”-Zeitung auf.
Da trifft ihn fast der Schlag!
Er kann es kaum glauben, was man ihm da vor wirft.

Korruption in der Südsee
© Ulla Trampert / PIXELIO

Korruption - wie das schon klingt.
Gut, nicht dass er etwas gegen Korruption hätte, aber seit wann kann man einem das vorwerfen?
Und das für läppische 20.000 Euro!
Tja, da kann man sich vorstellen, dieser Urlaub war für unseren armen Gewerkschaftler gelaufen.
Da ist ihm die Presse mitten im Sommerloch eiskalt in den Rücken gefallen.
Und er ist nicht umsonst so erstaunt, denn das machen doch alle!
Deshalb fragt er sich nicht umsonst, was man ihm vorwirft.
Woher soll er denn das Unrechtsbewusstsein haben?
Ohne Unrechtsbewusstsein gibt es im deutschen Strafrecht keine Strafe!
Korruption kann sogar steuerlich abgesetzt werden, das ist ja gut für die Wirtschaft.
Gut, wenn Herr Bsirske jetzt den Rückflug als Anfahrt zur Arbeit bei der Lohnsteuer absetzen
will, könnte es schwierig werden, aber wer weiß?
Im Rheinland nennt man das Ganze “klüngeln”.
Ist das nicht niedlich?
Deshalb, liebe Leser, nicht gleich einen steifen Hals kriegen, nur weil sich ein paar Krankenkassen-Vorstände mit Viagra und Puff-Besuchen auf Eure Kosten ein wenig das Leben versüßen.
Das ist nor-mal!
Im Gesundheitswesen sagt man schon: “Süßer die Kassen nie klüngeln!”
Und mal ehrlich, wir sind doch alle nur neidisch, oder?

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