Eisbär Knut ist arbeitslos!
29. August 2008 | Von harry | Kategorie: GeschichtenHier ist die traurige Geschichte von dem kleinen Eisbär Knut.
Eigentlich fing Knuts Leben hervorragend an.
Schon seine Geburt wurde von den Menschen sehnsüchtig erwartet und der gesamte
Zoo befand sich in heller Aufregung.

Als es dann endlich so weit war, strömten tausende Menschen in
den Zoo um ihn zu besuchen.
So einen Trubel hatte der Tierpark noch nie erlebt.
Die Kinder und auch die Erwachsenen zogen eilig an den Gehegen
der anderen Tiere vorbei, um ihn zu fotografieren und seine neuesten
Kunststücke zu bewundern.
Er konnte nämlich einen echten Bauchklatscher und auch eine Pfoten-Po Überschlag!
Ja, er war der glücklichste Eisbär der ganzen Welt.
Einmal kam sogar der Zoodirektor persönlich vorbei und brachte ihm eine
riesige Makrele mit.
Das Leben hätte ewig so weiter gehen können.
Nur manchmal machte er sich Sorgen, wenn er mal wieder ein riesen Stück gewachsen war.
Wer sollte denn das ganze Futter für ihn heranschaffen, wenn er erst einmal erwachsen ist?
Doch Knut hatte das Glück förmlich gepachtet.
Eines Tages kam ein netter Herr vorbei und stellte sich als “Onkel Gabriel” vor.
Der war von einem Pulk Leuten mit riesigen Kameras umgeben, die machten ganz viele
Bilder, das kam sogar im Fernsehen.
Der Onkel Gabriel ist nämlich ein richtiger Umweltminister.
Und weil der für die ganze Umwelt zuständig ist, fällt der Nordpol genau in seinen Aufgabenbereich.
Am Nordpol ist die Ozonschicht kaputt und deshalb bezahlt er jetzt das ganze Futter für
den Knut aus eigener Tasche, lebenslang!
Der ist nämlich jetzt der Pate von Knut.
Da war der Knut aber platt!
Gut, er hat vielleicht nicht alles verstanden, aber die Sache mit der Patenschaft ist wirklich toll,
außerdem ist der Onkel Gabriel ein richtig netter Typ.
Für seine Zukunft war also gesorgt und er brauchte auch keine Angst mehr zu haben dem
Zoodirektor die Haare vom Kopf zu fressen.
Von nun an ließ er sich es doppelt schmecken und wuchs und wuchs.
Je größer er wurde, desto weniger Besucher kamen.
Wenn nebenan die Robben gefüttert wurden war er manchmal sogar ganz alleine.
Doch das konnte Knut nicht schrecken, er hatte ja nun einen Paten.
Eines Tages, es war mal wieder sehr ruhig um Knuts Gehege, kam ein Arbeitsloser vorbei.
” Hallo Knut, wie geht es?”, wollte er wissen.
“Ich rede nicht mit Sozialschmarotzern”, antwortete Knut arrogant.
” Ich bin ein prominenter Bär!”
“Quatsch”, sagte der Besucher, “du bist genauso arbeitslos wie ich.
Du gehst keiner Arbeit nach, jeder kann dich beobachten und man weiß jede Kleinigkeit über dich.”
Das stimmt natürlich, dachte Knut.
Aber warum lieben ihn die Menschen dann so sehr?
Da kam ihm der rettende Gedanke; “Ich lebe aber nicht wie du von den Steuergeldern der Leute!”
” Jetzt fällt dir nichts mehr ein, was?
Ich habe nämlich einen richtigen Paten!”
Da warf der Arbeitslose eine alte Zeitung über den Zaun.
Knut konnte kaum glauben was er da lesen musste.
Sein Futter kostest den Steuerzahlern 11.900 Euro im Jahr!
Keinen Cent hat der Onkel Gabriel persönlich überwiesen.
Kein Wunder, dass der sich nicht mehr blicken lässt.
Der Knut war so traurig, dass er sich beschämt in seine Höhle zurück zog und
sich Tage lang nicht mehr im Gehege blicken ließ.
Der Arbeitslose aber hatte insgeheim nur auf diese Gelegenheit gewartet.
Sofort schlüpfte er in ein mitgebrachtes Hasenkostüm und ist seitdem
als “Hartz Hase Harry” auf der Suche nach einem Paten.








