Meine Woche
13. Juni 2008 | Von harry | Kategorie: Mein TagebuchSamstag 7.6.2008
Ich habe schon seit 52 Monaten das Gefühl, dass sich bald etwas tut.
Und was soll ich sagen, mein Bauch hat mich noch nie im Stich gelassen.
Heute wird sich mein gesamtes Leben grundlegend ändern.
Dabei fing der Tag eigentlich ganz gewöhnlich an, ohne mich.
Erst beim Öffnen der Post fiel mein Blick auf einen neutralen Umschlag.
Und da stand es nun.
Ich bin gewinnberechtigt, zwei Millionen Euro für mich persönlich reserviert!
Ich konnte es zunächst kaum glauben, zumal ich noch nie an einer Lotterie teilgenommen habe.
Dennoch, alles echt.
Sogar mit einem Stempel vom Notar, echter geht es nicht!
Jetzt nur keine Fehler machen, bis das Geld auf dem Konto ist, ging es mir
schlagartig durch den Kopf.
Wenn das nur nicht so schrecklich schwer wäre!
Sonntag 8.6.2008
Zu meiner Überraschung konnte ich feststellen, dass ich ein wahrer Meister der Verschwiegenheit bin.
Ja, ich bin ein Fuchs!
Von der Lotterie habe ich den ganzen Tag noch nichts gehört.
Ich finde die könnten wenigstens einmal anrufen und persönlich gratulieren.
Naja, wahrscheinlich haben die heute frei.
Montag 9.6.2008
Habe mich heute extra schick angezogen, und bin mit der Gewinngarantie in der Hand ganz lässig
in meine Bank marschiert.
Na, die haben vielleicht Augen gemacht!
Die Sache mit dem Vorschuss hat dennoch nicht geklappt.
Irgend so ein bürokratischer Firlefanz.
So wird nie etwas aus der deutschen Wirtschaft!
Ach so, mein laufendes Konto habe ich jetzt auch nicht mehr.
Die meinten, das würde sich sonst noch verlaufen, während ich auf den Millionen sitze.
Dienstag 10.6.2008
Meine zwei Millionen sind immer noch nicht da!
Langsam kommen mir Zweifel.
Vielleicht sind es ja doch Kriminelle, die mich da angeschrieben haben.
Beschließe erst einmal abzuwarten, ehe ich die Polizei einschalte.
Wenn sie die Millionen bar in Koffern bringen, weiß ich ja sofort, dass es Schwarzgeld sein muss.
Dann kann ich ja immer noch anrufen!
Mittwoch 11.6.2008
Habe die gestrige Nacht kaum geschlafen.
Bin schweißgebadet aufgewacht, dennoch mein Entschluss steht fest.
Ich behalte das Geld, auch wenn es Schwarzgeld ist, so jetzt ist es raus!
Stöbere ein wenig durch das Internet, um mir die Zeit zu vertreiben bis die
Knete kommt.
Mein Psychologe macht jetzt eine Fortbildung, lese ich auf seiner Homepage.
Ich hoffe, ich bin nicht der Auslöser.
Ich habe doch schon so ein schlechtes Gewissen wegen des Geldes!
Donnerstag 12.6.2008
Heute muß Olli mit mir die erste Ausgabe von “Hartz-aber-lustig” hochladen.
Für meinen Tastengott bedeutet das in etwa einem vor drei Wochen dem Regenwald entrissenem
Ureinwohner von Papua Neuguinea, nach einem Crashkurs in menschlicher Zivilisation, das
Internet zu erklären! ( Olli, die Seite klemmt!)
Lustig findet das nur Einer, nämlich ich!
Aber Olli macht das immer sehr geduldig!
Freitag 13.6.2008
Olli muß noch immer die erste Ausgabe von “Hartz-aber-lustig” hochladen.
Olli sagt, das sei, als müsse man einem gerade dem Regenwald entrissenen Ureinwohner von Papua Neuguinea die Relativitätstheorie auf Koreanisch erklären, und zwar mit fünf Tischtennisbällen im Mund!
Lustig findet das nur Einer, nämlich ich!








