Aufgewacht, - ausgeschlachtet!
1. Juni 2008 | Von Oliver | Kategorie: (A)SozialesBottrop, Morgens 6.30 Uhr.
Wie jeden Morgen schrillt der Wecker des 42jährigen Familienvaters Jens B.
Kaum aus dem Schlaf erwacht, ahnt der arbeitslose Elektriker schlagartig, dass etwas Grauenvolles mit ihm passiert sein muss. Bei dem Versuch seine Brille aufzusetzen, stellte er entsetzt fest, dass sein
linkes Ohr fehlt. Der sofort herbeigeholte Notarzt musste nach eingehender Untersuchung auch noch den Verlust weiterer Organe diagnostizieren. Neben dem Verlust einer oberen und unteren Extremität, fehlten eine Niere, der Dickdarm und der Magen.
Wer tut so etwas?
Offenbar handelte es sich um eine hochprofessionell durchgeführte Aktion der internationalen Organmafia. Wie die Kriminellen ausgerechnet auf Jens B. kamen war den Ermittlern zunächst schleierhaft. Erst eine Hausdurchsuchung brachte neues Licht, in die ins Stocken geratenen Ermittlungen. Offenbar wurde Jens B, von dem Rechner seines 14jährigen Sohnes aus in die Datenbank einer Lebendspendeorganisation eingetragen. Nach dem Motiv befragt, gab dieser an, er wollte doch nur ein Jahr gratis Klingeltöne laden.
Nach etlichen Operationen und Dank der Spendenbereitschaft seiner Familie konnten zumindest die inneren Organe weitestgehend ersetzt werden. Das Engagement war so riesig, dass ihm versehentlich sogar eine zweite Leber transplantiert wurde. „Jetzt habe ich zwar keine Beine mehr, um zu den AA`s zu gehen, aber eine zweite Leber ist auch nicht schlecht“, freut er sich heute.
Seine Schwester, deren Gesundheitszustand sich zunehmend verschlechtert, fordert ihre Leber inzwischen immer energischer zurück. Kommentar Jens B.: „ Ich lass mich nicht unter Druck setzen, die denkt doch immer nur an sich!“








